2020 – ein turbulentes Jahr bis jetzt ( Teil 1: Der Beginn – zwischen Lernstress, Intensivproben und Schulschließungen)

Hallo meine Lieben,

lange ist es her, dass ich mich hier gemeldet habe. Na ja, was soll ich sagen, die Zeit bis jetzt hatte es einfach enorm in sich und über Langeweile konnte ich mich wohl nicht beklagen. Dieser und die kommenden Posts sollen euch ein bisschen als Life-Update dienen und zeigen, wie ich das turbulente Jahr 2020 bis jetzt verbracht und erlebt habe.

Herbst-Urlaub auf Sylt 2019: kurz mal raus aus dem Lernstress


Nach den letzten Sommerferien bin ich in die 13. Klasse, also die Abitur-Klasse, gekommen. Das bedeute für mich von Beginn an jeglichen Fokus auf Schule zu richten und nochmal alles zu geben. Eins meiner Prüfungskomponenten benötige, da es eine Präsentationsleistung war, besonders viel Vorbereitungszeit. Doch da ich mich thematisch mit der Frage auseinandersetzte, inwiefern die Pest die Entwicklung der Charité beeinflusste, ging ich voll und ganz in der Arbeit auf. Allgemein, trieb mich das Ziel Medizin studieren zu wollen die gesamte Zeit über an. Das hat mir enorm über die stressige Zeit geholfen. Desweiteren wusste ich in der Zeit noch mehr als zuvor, weshalb ich mich für diese Schule entschieden hatte – um zu Tanzen! Je stressiger die Schule wurde, umso mehr genoss ich den Tanz-Unterricht. Zudem ging ich jeden Dienstag soweit möglich zu einer Laufgruppe unabhängig von der Schule. Bei den Kraftrunners konnte ich mich bei gemeinsamen Intervall-Läufen nicht nur perfekt auspowern und den Kopf frei bekommen, sondern kam zudem auch unter andere Leute.

Ich nach einer praktischen Prüfung in meinem Leistungskurs Tanz


So vergingen die Wochen und Monate 2019 und das Jahr 2020 begann wie das alte aufgehört hatte. Von nun an rückten die Abitur-Prüfungen immer näher und Stress und Nervosität stiegen mit jedem Tag an. Zuzüglich meiner schulischen Vorbereitungen kam nun auch noch das Lernen für den HAM-NAT-Test, für den ich mich noch spontan dieses Jahr gemeldet hatte, um meinen späteren Abitur-Schnitt aufzubessern.
Ihr könnt euch vorstellen, dass mein straffes Programm nicht wirklich zu ließ, dass ich außerhalb der Schule viel mitbekam. Daher bekam ich auch nur sehr schleichend mit, wie das Coronavirus, was nun ja das Jahr stark zeichnet, aus Asien auch für uns eine reale Bedrohung wurde. Doch auf einmal ging es ganz schnell: Ich hatte gerade meine letzte Klausurphase vor den Abitur-Prüfungen abgeschlossen, steckte in den Intensivproben für unser letztes Theaterstück, was Ende März aufgeführt werden sollte (übrigens sehr passend zu dem Thema Weltuntergang) und nächste Woche sollten unsere Mottowoche sowie unser Abistreich stattfinden. Auch wenn ich in den Tagen wie in einer Blase lebte, wurde mir immer mehr klar, dass die Pandemie wirklich eine reale Gefahr geworden war und, dass alle zukünftigen Projekte auf Eis gerieten. Andere mögen mich vielleicht in diesem Moment als pessimistisch bezeichnet haben, aber leider bestätigen sich meine Befürchtungen nicht nur, sondern es wurde, wie wir alle wissen, noch schlimmer als gedacht.


Wirklich real wurde die Pandemie wohl in dem Moment als unsere Schulleiterin unsere Intensivproben unterbrach, um uns mitzuteilen, dass das Stück erstmal nicht aufgeführt werden könnte. Die Frage nach einer Schulschließung belächelte sie in dem Moment noch. 5 Minuten später sollten wir bei ihr eigentlich Mathe haben und sie sagte uns genau das. Während andere Schüler*innen vielleicht über diese „Coronaferien“ in Freudentänze ausbrachen, brach für uns Abiturienten eine Welt zusammen. Wir sollten nicht nur um unsere Mottowoche, den Abistreich sowie Abiball gebracht werden, sondern hatten auch keine Ahnung, wie es nun mit uns weitergehen sollte.

Mit dieser Ungewissheit und den Worten der Lehrer*innen: „Es wird alles gut“, „Euer Abitur ist euch sicher!“ oder (mein Lieblingsspruch – nicht!) „Ihr werdet keine Nachteile haben.“ ; packte ich alle meine Sachen und verließ nicht nur meine Schule, sondern auch Berlin auf unbestimmte Zeit.

Das war also mein letzter Schultag…

– Fortsetzung folgt –