Europian Athletics Championships in Berlin 2018 – ein ganz besonderes Erlebnis

Wie du vielleicht über Instagram mitbekommen hast (folg mir dort unbedingt @anna_lena.fit), war ich vergangenes Wochenende bei der Europameisterschaft für Leichtathletik in Berlin zu Besuch. Für mich war dies so ein tolles Erlebnis, dass ich es gerne mit dir teilen möchte.

Schon vor ungefähr einem Jahr, als ich in Berlin meine Wohnung bezog, wurde ich auf die Werbung von der EM aufmerksam. Doch schob ich den Gedanken schnell bei Seite Karten zu ergattern, da diese bestimmt sofort ausverkauft wären. Meine Mutter, die sich auch sehr stark für Leichtathletik interessiert, versuchte einfach ihr Glück und bekam direkt Karten für das Olympiastadion. Als ich die Karten dann im Mai zu meinem Geburstag geschenkt bekam, habe ich mich sehr darüber gefreut. Doch muss ich sagen, dass meine Erwartungen mehr als übertroffen wurden.

Schon die Tage bevor es für uns nach Berlin ging, verfolgte ich die EM gebannt noch von Kiel aus vor dem Fernseher. So stieg meine Vorfreude von Tag zu Tag mehr. Da meine Mutter weiß, dass ich ein großer Fan von unserer deutschen Meisterin über 3000 m Hindernis – Gesa Felicitas Krause (Gesas Blog) – bin, hatte sie uns je eine Karte für den letzten Sonntag gekauft, an welchem abends das Finale dieser Disziplin stattfinden sollte. Im Voraus war dabei natürlich Hoffen angesagt, dass Gesa sich überhaupt für das Finale qualifizierte. Also verbrachten meine Mutter und ich den Freitag Mittag vor dem Fernseher und verfolgten ihren Vorlauf, bei welchem sie locker gemeinsam mit einer weiteren deutschen Hindernisläuferin ins Finale einzog. So stand also dem Berlin-Trip nichts mehr im Wege.

Am Samstag Morgen nahmen meine Mutter und ich schon sehr früh den Zug nach Berlin, um schon möglichst viel von der sportlichen Atmosphäre unserer Hauptstadt und meiner zweiten Heimat einzufangen. Den restlichen Tag haben wir beide mit Shoppen und Bummeln in der Stadt verbracht. Dabei stießen wir am Alex auf eine Hanfparade und konnten uns mächtig amüsieren, wie die Berliner es mal wieder schaffen, dass für sie über eine Stunde die ganze Sraße gesperrt wird, damit sie demonstrieren können. Tja, unser crazy Berlin halt… . Am Abend aßen wir dann in einem richtig leckerem Restaurant zu Abend. Wart ihr schon einmal im L.A. Poke in der Alten Schönhauser Allee? Nein?! Dann kann ich es euch absolut empfehlen. Es bietet ein super leckeres Angebot an Buddha Bowls mit asiatisch und kalifornischem Touch. Entweder kannst du eine der fertigen Bowls auswählen oder dir selbst eine zusammenstellen lassen. Ich hatte eine Bowl mit Zuchini-Nudeln, Gemüse, Ginger&Honey Tempeh, Guacamole, Edamame und Erdnüssen – ein Träumchen. Das war der perfekte Ausklang des Abends, bevor wir früh schlafen gingen, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Am Sonntag machten wir uns direkt nach dem Frühstück von meiner Wohnung aus auf den Weg zum Potsdamer Platz. Denn bevor wir heute Abend ins Stadion gingen, wollten wir uns noch den Marathon ansehen. Dieser führte in mehreren 10 km Runden durch die Straßen von Berlin und endete am Breitscheidtplatz. Als Mama und ich aus dem S-Bahnhof Potsdamer Platz herauskamen, war die Straße bereits vollkommen gesperrt und Angehörige, Zuschauer und Trainer standen schon an der Strecke. Kurz darauf sahen wir die Frauen, welche bereits ihre zweite Runde bestritten, dicht gefolgt von den Herren, die gerade erst gestartet waren. Die Stimmung war total fröhlich und ausgelassen. Die Läufer*innen liefen an den Menschen kilometerlang unter tosendem Beifall vorbei. Wir verfolgten den Marathon, indem wir die Strecke bis zum Breitscheidtplatz abgingen und so immer wieder die Läufer*innen anfeuern konnten. Als wir am Kuhfürstendamm ankamen, war der Zieleinlauf bereits in vollem Gange. Der Breitscheidtplatz hatte sich in eine bunte Sportlermeile verwandelt, umgeben von einer blauen Tartanbahn und mit einer großen Bühne, auf welcher die letzten Tage die Siegerehrungen stattgefunden hatten. Die Menschen waren alle so unglaublich freundlich und man merkte sofort, dass wir hier alle die gleichen Interessen teilten. Zwischendrin trafen wir immer wieder bekannte Sportler*innen, die einfach so über die Fanmeile spazierten. Ich, mit meinen Sportsachen, muss wohl auch etwas nach Leichtathletin ausgesehen haben, denn musterten mich nicht nur die Hahner-Zwillinge, die ich im Sportgeschäft traf, sondern eine Frau fragte mich, als sie mir ein Schlüsselband schenkte, ob ich denn auch heute Abend beim Hindernislauf dabei sein werde. Nein, auf der Bahn würde man mich wohl eher nicht sehen, aber auf der Tribühne :).

Und dann war es endlich soweit. Nachdem der Marathon beendet war, machten wir uns auf den Weg nach Hause, um uns für den Abend fertig zu machen. Dann ging es los. Bereits in der S-Bahn trafen wir viele internationale Gäste, die wie wir auf dem Weg zum Olympia-Stadion waren. Beim Betreten des Stadions spürte ich sofort den ganz besonderen Flair des Olympiastadions, ein Gemisch aus Sport, Ehrgeiz, Ruhm und Ehre, von welchem alle Gäste und Sportler immer so schwärmen.

Meine Mutter hatte uns wirklich super Plätze besorgt. So saßen wir direkt neben dem Marathontor, vor dem Wassergraben und hatte einen perfekten Überblick über das gesamte Geschehen auf dem Platz. Neben uns hatten die Fernsehteams aus ganz Europa ihren Sitz. Um 19.00 Uhr wurden wir von den Moderatoren und Berlino – dem Maskottchen-Bären bgrüßt. Bevor das  erste Finale begann, fanden noch Siegerehrungen vom gestrigen Tag statt. Unter anderem wurden die 5000m Läufer geehrt. Kannst du dir vorstellen, dass der Gewinner der Goldmedaille erst 17 Jahre alt ist? Zudem kam unser Zehnkämpfer ganz oben auf das Podest und das erste Mal diesen Abend hörte ich die deutsche Nationalhymne. Was für eine Atmosphäre…

Um 19:10 Uhr begann dann das Stabhochsprung-Finale der Männer, welches uns noch den gesamten Abend begleitete. Danach folgten die Vorrunden der 4×400 m Staffeln der Frauen sowie der Männer. Die Frauen, unter der Beteiligung von Ginal Lückenkemper, die bereits Silber im Einzelwettkampf gewonnen hatte, konnten sich für das Finale qualifizieren, wo sie später zur Bronze-Medaille liefen. Bei den Männern gab es dann einen Schreckmoment, als es in der deutschen Staffel zu einem Sturz in der letzten Kurve kam. Doch auch wenn Schlussläufer Jakubczyk sich schwer verbunden aus dem Stadion verabschiedete, wurden im nachhinein keine ernsthaften Verletzungen festgestellt. Nach vielen weiteren interessanten Wettkämpfen und vielen tollen Leistungen der Athleten, nicht zuletzt dem 5000m-Lauf der Frauen, wo die deutsche Läuferin Klosterhalfen einen guten 4. Platz machte, fieberten wir langsam dem Höhepunkt des Abends entgegen, Gesas Lauf.

Ich glaube als der Lauf aufgerufen wurde, war ich aufgerufen wurde, war ich aufgeregter als Gesa selbst. Sowieso hatte ich gefühlt den ganzen Abend einen Puls von 180. Es war so ein toller Moment Gesa mal wirklich zu sehen und nicht nur hinter einer Glasscheibe vor dem Fernseher. Da sie bei der EM 2016 in London die Goldmedaille gewonnen hat, trat sie als Titelverteidigerin an. Und was soll ich sagen? Der Lauf war einfach erstklassig und auf Spitzen-Niveau. Sie hat es zwar bis zum Ende spannend gemacht, da sie stets im Rückhalt der anderen gelaufen ist. Doch auf der letzten Runde konnte sie dann nicht zuletzt mit ihrer perfekten Technick den Wassergraben zu überwinden, alle mit großem Abstand hinter sich lassen und somit ihren Titel verteidigen. Das Stadion hat den ganzen Lauf über gebebt und der Applaus muss noch kilometerweit zu hören gewesen sein. Dieser Sieg war so verdient und ich drücke Gesa die Daumen, dass sie sich auch noch ihren Traum einer Olympia-Medaille erfüllen kann. Für mich endete der Abend im Olympiastadion mit Gesas emotionaler Siegerehrung, wo ich nochmals die Möglichkeit bekam tolle Fotos von ihr zu machen. Man bekommt einfach eine Gänsehaut, wenn das gesamte Stadion sich für die Nationalhymne erhebt. Die Leichtatletik-EM war auf jeden Fall ein Erlebnis, welches mir noch lange in Erinerrung bleiben wird und meine Mutter und ich sind uns schon sicher, dass wir nächstes Jahr zur DM wieder dabei sein werden.

Ich hoffe, dir hat dieser Bericht gefallen!

Mit sportlichen Grüßen

Deine Anna-Lena

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